08.01.2017

Masterstudiengänge

Mathematik

Im Masterstudiengang Mathematik werden, auf der Grundlage einer breiten Ausbildung in einem Bachelorstudiengang Mathematik, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die zu einer erfolgreichen Berufsausübung befähigen, gegebenenfalls wird die Grundlage für eine Karriere im Wissenschaftsbereich gelegt.
Das Masterstudium Mathematik umfasst 4 Semester, dabei sind insgesamt 120 CP (Credit Points) zu erwerben. Jeder Studierende wählt eine der vier Vertiefungsrichtungen: Algebra, Analysis, Numerik, Stochastik/Statistik. Die Festlegung muss spätestens mit der Anmeldung der Masterarbeit erfolgen.
Zwei der verlangten Mathematikmodule müssen zur gewählten Vertiefungsrichtung gehören, die beiden anderen zu den restlichen Vertiefungsrichtungen. Analog bei den beiden verlangten Seminaren: eines zur gewählten Vertiefungsrichtung, das zweite zu einer anderen Vertiefungsrichtung.
Eine Besonderheit des Bremer Masterstudiums Mathematik sind die nach angelsächsischem Vorbild eingerichteten „Reading Courses“. In ihnen soll der Studierende an die selbständige Lektüre von mathematischer Literatur herangeführt werden. Das geschieht in Gruppen unter Anleitung eines Hochschullehrers, der regelmäßig Treffen anbietet und partielle Ausarbeitungen sichtet und korrigiert, gelegentlich kommt es auch zu Einzelbetreuungen. Die Reading Courses sind unbenotet, es wird einer zur gewählten Vertiefungsrichtung verlangt, der zweite kann zu einer anderen Vertiefungsrichtung gehören.

Technomathematik

Im Masterstudium werden konkrete Erfahrungen in der Bearbeitung industriell-technischer Probleme durch mathematische Modellierung und numerische Simulation gesammelt, insbesondere im Rahmen des Modellierungsseminars. Darüber hinaus werden die Studierenden exemplarisch an die Grenzen aktueller Forschung im Bereich der angewandten Mathematik herangeführt, und damit in die Lage versetzt, mathematische Modelle weiter zu verbessern bzw. originär zu entwickeln. Sie verfügen über ein Instrumentarium von Forschungsmethoden und -strategien, mit dem sie auch Probleme jenseits der Grenzen des aktuellen Wissenstandes angehen können.
Das Masterstudium Technomathematik beginnt mit dem Modul Numerik Partieller Differentialgleichungen, weil partielle Differentialgleichungen der Grundbaustein vieler mathematischer Modelle in technisch-naturwissenschaftlichen Anwendungen sind, sodass effiziente numerische Verfahren dafür die Grundlage jeder Computersimulation solcher Modelle bilden.
Darauf und auf den Kenntnissen des Bachelorstudiums aufbauend setzt sich das Masterstudium aus drei Säulen zusammen:
In zwei Spezialveranstaltungen mit anschließenden Seminaren lernen die Studierenden moderne mathematische Theorien, z.B. Inverse Probleme, Optimale Steuerung, Modellreduktion oder Adaptive Finite-Elemente-Methoden, kennen, aus denen konkrete mathematische Modelle entwickelt werden.
Die zweite Säule ist das Modellierungsseminar, und die dritte Säule bildet das Studium eines technischen Anwendungsfaches.

Medical Biometry/Biostatistics

Biometrie als Wissenschaft von der Modellierung und Analyse der quantifizierbaren biomedizinischen Prozesse und Phänomene spielt eine immer größere Rolle, vor allem im Gesundheitswesen. Als qualitätssichernde Querschnittswissenschaft eröffnet sich ihr ein breiter Einsatzbereich von der Vorsorge, Behandlung von Umweltrisiken, Verbraucherschutz, Gesundheitsversorgung, Forschung und Entwicklung sowie behördliche Überprüfung und Genehmigung zu Therapien und Diagnosen bis zur Reform des Gesundheitswesens.
Insbesondere für Arzneimittel und Medizintechnik ergibt sich aus neuen nationalen und europäischen Gesetzen und Richtlinien ein wachsender Bedarf an Biometrikern, der in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Um diesen Bedarf zu decken, ist an der Universität Bremen der Masterstudiengang „Medical Biometry/Biostatistics“ eingerichtet worden. Die Universität Bremen bietet den viersemestrigen akkreditierten Masterstudiengang (120 Creditpunkte) seit dem Wintersemester 2006/2007 als Vollzeitstudium mit 22 Wochenstunden
an präsenzpflichtigen Lehrveranstaltungen je Semester an. Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit in der medizinischen Biometrie, d. h. der statistischen Planung und Auswertung von empirischen Studien und der mathematischen Modellierung von Zusammenhängen in Biologie und Medizin.
Das Studium gliedert sich in zwei Gruppen von jeweils drei, zusammen also sechs Modulbereichen und die Anfertigung der Masterarbeit. Im Pflichtbereich besuchen alle Studierenden die gleichen Lehrveranstaltungen. Im Wahlpflichtbereich werden Ergänzungen und Vertiefungen angeboten. In den ersten drei Semestern befassen sich die Studierenden in den Modulbereichen A1, A2, A3 mit den Grundlagen der biometrischen Methoden und Modelle und sollen mit dem entsprechenden theoretischen und praktischen Hintergrund vertraut
werden. In den Modulbereichen B1, B2, B3 werden Kenntnisse in den biomedizinischen Anwendungsgebieten vermittelt und auch ethische, juristische und organisatorische Aspekte einbezogen.